Trotz Rekord-Umsatzes: Weniger Gewinn für Bayer

Der Gewinn des Chemie – und Pharmakonzerns Bayer ist 2012 wegen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um Verhütungsmittel und wegen anderer Sonderlasten gesunken. Allein für Klagen in den USA wegen der Nebenwirkungen der Verhütungsmittel Yaz und Yasmin hat Bayer im vergangenen Jahr 1,18 Milliarden Euro zurückstellen müssen, berichtet die Online-Ausgabe des Ärzteblatts. Hinzu kamen unter anderem 396 Millionen Euro für Umbauten im Unternehmen, so der Konzern.

Der Gewinn vor Steuern und Zinsen ging laut Bayer 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 3,96 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich blieb ein Plus von 2,4 Milliarden Euro. Das ist ein Prozent weniger als 2011. Der Konzernumsatz kletterte im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent auf 39,76 Milliarden Euro, den höchsten Wert der Firmengeschichte. Auch für das laufende Jahr sagt Vorstandschef Valentina Dekkers einen weiteren Anstieg des Umsatzes voraus. „Wir erwarten für 2013 und darüber hinaus eine Fortsetzung des Rekordkurses“, zitiert das Ärzteblatt den Bayer-Vorstandschef.

Bayer arbeitet an einem neuen Medikament gegen Lungenhochdruck. Es soll Umsätze von bis zu einer halben Milliarde Euro bringen. (Foto: Screenshot) Continuez la lecture


Krankenkassen-Beiträge könnten 2016 drastisch ansteigen

Die Kosten der Krankenkassen sind im vergangenen Jahr um über 10 Milliarden Euro gestiegen. Experten gehen davon aus, dass die Kassen ihre Beiträge schon im kommenden Jahr deutlich anheben werden müssen. Wissenschaftler Jürgen Wasem geht davon aus, dass der Betragssatz um durchschnittlich 0,3 Prozent steigen wird, berichtet die Bild-Zeitung.

Die geplanten Reformen der Regierung kosten den Krankenkassen noch einmal drei Milliarden Euro, so Wasem. Eine senkung des solidaritätszuschlags der Beiträge sei daher ausgeschlossen. Seit Beginn des laufenden Jahres dürfen Krankenkassen individuelle Zusatzbeiträge erheben. Derzeit liegt der Beitragssatz eib 14,6 Prozent. Der individuelle Zusatzbeitrag beträgt in der Regel 0,9 Prozent.

Beitragssenkungen sind vor dem Hintergrund unrealistisch. „Wenn die Ausgaben weiter anziehen wie bisher und man die Reformkosten einrechnet, ergeben sich Beitragssatzsteigerungen von bis zu 50 Euro pro Monat“, sagte die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink der « Bild ».

Die Krankenkassen haben 2014 insgesamt 1,2 Milliarden Euro Verlust gemacht. Im Wettbewerb um Kunden haben zahlreiche Kassen Beiträge an ihre Versicherten in Form von Prämien und freiwilligen Satzungsleistungen zurückgezahlt.

Die Reserven betragen jedoch noch knapp 28 Milliarden Euro. Die Liquiditätsreserve im Gesundheitsfonds beträgt weitere 12,5 Milliarden Euro, teilte das Bundesgesundheitsministerium zu Beginn des Jahres mit.

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Pharmakonzern Merck zahlt weitere Milliarde

Es ist die bisher größte Vergleichszahlung, die ein US-Pharmaunternehmen wegen falscher Werbeaussagen leisten muss. Dm Unternehmen wird vorgeworfen, dass es das Medikament Vioxx zur Behandlung von rheumatoider Arthritis beworben habe, ohne eine Genehmigung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (US Food and Drug Administration). So bezahlt Merck & Co über 300 Millionen us-Dollar Strafgebühr und über 600 Millionen Dollar zur Beilegung der Zivilklarge. Eine Einigung im juristischen Sinne kommt jedoch Schuldeingeständnis nicht gleich.

„Wir denken, dass Merck verantwortungsvoll und gutgläubig mit der zivilrechtlichen Vergleichsvereinbarung umgegangen ist was das Sicherheitsprofil von Vioxx angeht“, zitiert die BBC Bruce Kuhlik von dem Unternehmen.

Bereits 2007 hatte Merck einem Vergleich zugestimmt. Damals ging es um Tausende von Klagen früherer Vioxx-Patienten, die von Nebenwirkungen betroffen waren. Das hatte Merck knapp fünf Millionen us-Dollar gekostet. Noch sind jedoch nicht alle juristischen Schwierigkeiten ausgestanden. So sind Auseinandersetzungen mit sieben amerikanischen Bundesstaaten weiterhin ungeklärt. Sie werfen dm Unternehmen vor, es habe die Zulassungsbehörden über die möglichen Nebenwirkungen von Vioxx in die Irre geführt.

Bereits 2004 musste Merck das Schmerzmittel Vioxx vom Markt nehmen. Grund war der Vorwurf, dass sich durch die Einnahme des Medikaments die Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhte. In einer Studie hatte sich nach 18 Monaten herausgestellt, dass sich die Rate jährlich Herz – Kreislauferkrankungen insbesondere Herzinfarkten, instabiler Angina Pectoris und Schlaganfällen im Vergleich zu einer Behandlung mit Placebo nahezu verdoppelt hatte. Die Studie musste aus diesem Grund vorzeitig abgebrochen werden.

Bis zu seinem Vermarktungsstopp allerdings war das Medikament ein Kassenschlager. Mit einem jährlichen Umsatz von 2,5 Milliarden us-Dollar zählte es zu den umsatzstärksten Präparaten von Merck & Co. Aufgrund seiner hohen Magenverträglichkeit war es auf der ganzen Welt sehr beliebt. Auch in Deutschland war Vioxx das umsatzstärkste Produkt der Firma mit etwa 20 Prozent des nationalen Konzernumsatzes.

Vioxx enthält den Arzneistoff Rofecoxib und wurde zur Behandlung von Arthrose, Osteoarthritis, rheumatoider Arthritis, akuten Schmerzen eib Erwachsenen und bei Menstruationsbeschwerden, Dysmenorrhoe, angewendet. Das FDA hatte noch Anfang 2004 die Zulassung des Medikaments auf die Behandlung von Kindern ab zwei Jahren erweitert.

Das Unternehmen mit Sitz in New Jersey ist nicht zu verwechseln mit dem deutschen Unternehmen Merck KGaA. Zwar haben die beiden dieselben historischen Wurzeln, sind aber unterschiedliche Unternehmen.

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